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      Auserwählte

Ihr Lächeln sanft
Gestalt grazil
es glänzt ihr Haar
die Frau hat Stil;
wenn ich in die Runde blick'
leuchtet mir ihr Blick zurück,
ihre Nähe macht mich schwach
meinen Geist erhält sie wach.

Die nächste hat gewollt,
dass man ihr Fahrrad rollt,
doch sass man dann beim Bier zusammen,
hat sie zu Streiten angefangen;
ihr Beruf hat sie geplagt,
kuriert die Seele Tag für Tag
und hat dabei ganz überseh'n,
dass meist nur Kranke zu ihr geh'n.

Die Autorin kam zum Feste
in einer Robe als die Beste
die sie allein sich denken kann
und vergass dabei den Nebenmann;
Sie will den andren schreiben
wie die das Leben sollen treiben
in einem Stil der Kinderseele
der ihr Innres immer quäle.

Dann wollt die zweite Professorin
ihn fesseln gar mit Schönheitssinn,
was er genossen hat im Stillen
doch gesucht hat er des Geistes Willen;
verdeckt hat sie die Zukunftspläne
dass ich den tiefen Sinn vernähme
der aus der alten Zeit noch klang
als Seligkeit in ihrem Herzen schwang.

Die nächste dieser klugen Art
hat er bewundert lange Zeit
weil sie den Klang erweckt
den schöner Geist entdeckt;
doch als er diesen dann erwidert
hat sie die Kamera angebiedert,
die ihrer harrte nebenan
damit sie sähe jedermann.

Dann war da mit großem Schwung 
ein Gruss und tat mir kund
dass jene Holde gut sich wähnte,
die sehnlichst ich zurückersehnte; 
so kam sie an behenden Schrittes
und vermied die Gunst des Blickes,
doch konnte ich ihr Lächeln sehn
und fand das Leben wirklich schön.

Ach liebes Kind mich dünkt
es sei erwünscht, dass man dich garstig find!

-- 4G in dreizehn