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Die Thomasköchin
Das schöne Leipzig zu erkunden
gefiel mir gut, ganz unumwunden!
Die Kirch' an der ich hielt,
war Bachen's Tatort, wird erzählt.
Da viele Schritte ich getan
kehrt' ich in ein Gasthaus ein.
Der Hunger hatte mich getrieben
und ich bin drin' geblieben.
Die Karte ward mir bald gereicht
und bestellt hatt' ich auch gleich.
Noch and're Gäste hört ich reden
von guten Worten die gegeben.
Als die Speis' dann vor mir stand,
biß ich hinein und erst nicht fand,
daß ein verliebter Koch es war,
der mir die Mahlzeit machte gar.
Bei der Pizzen Hälfte angekommen
ward ich aber doch benommen,
denn salzig war sie banniglich,
daß meine Kehle brannte fürchterlich!
Nun rief ich eilig mit Beschwer'
die nette junge Frau daher,
die mir die Pizz' gebracht,
doch diese hat nur kurz gelacht.
Etwas später hört ich Schritte
und mich ein holdes Weib anblickte.
Sie sei die Köchin dieser Himmelspeise
und versalze nie auf keine Weise.
Sie war so schön und hat zugleich
die Arm gestemmt in ihre Seit',
daß ich nicht weiter wagte,
sie anzuzweifeln diese Zarte.
So ließ ich die Pizza stehn
und hab' bezahlt um dann zu gehn.
Da kamen Worte aus des Raumes Weite,
ein tolles Volk sei'n Sachsenleute.
Sie bleibt mir fest im Herzen,
und erinnert mich an Grenzen,
die Geschmack und Werte setzen,
als dürfe niemand sie verletzen.
-- erlebt in Fünf
(m.h.D.f.d.K.a. E.R.)
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2026-02-11
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